„Nachhaltigkeit“ mag seit einiger Zeit ein ökonomisches Modewort sein, für die Starhemberg’sche Familienstiftung ist es gelebte Verantwortung, für die Gäste auf Schloss Eschelberg ein Versprechen – das Versprechen, eingebunden zu sein in eine lange Nutzung und Würde eines Ortes, die vor rund 900 Jahren begonnen hat und weit in die Zukunft reicht.

Die Renovierung und der laufende Betrieb wurden unter den Gesichtspunkten der Ästhetik und Ressourcenschonung durchgeführt.

Die Schlosskapelle wurde unter großem Aufwand in Stand gesetzt und präsentiert heute ihre kulturelle Besonderheit mit einer Renaissancekanzel, einem Rokoko-Beichtstuhl sowie dem Miteinander eines barocken Hochaltars und eines evangelischen Altars. Im ehemaligen Forsthaus wurden alte Holzbalken und Riemlingsdecken freigelegt, nachträgliche Verbauten rückgängig gemacht und die Böden mit Douglasien aus eigenen Wäldern und Solnhofer Steinplatten ausgestattet. Der Veranstaltungsraum wurde mit in Kreuzlage eingebrachten Gewindestangen gegen Schubkräfte gesichert, wobei aber darauf geachtet wurde, dass diese Konstruktion jederzeit reversibel ist. Die ursprüngliche großzügige Anmutung der Räume sollte so feinfühlig wie möglich mit moderner Sicherheit verbunden werden.

Die 24 Kreuzstockfenster im Forsthaus wurden aus Lärchenholz gefertigt, das aus dem Revier Eschelberg stammt. Der Wandverputz wurde in historischer Manier mit der Kelle von Hand geglättet. Das große Tor an der Einfahrt aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts ist noch im Originalzustand. Eine sanfte Restaurierung der Hölzer und metallischen Oberflächen sowie der Austausch einiger weniger Holzelemente in der Spritzwasserzone waren dafür ausreichend.

Im operativen Betrieb wird auf Autarkie wert gelegt. Das Wasser kommt aus einer nahen Quelle, der Strom aus einem Kleinwasserkraftwerk in unmittelbarer Umgebung, geheizt wird mit Pellets. Selbst die Internetanbindung stammt von einem lokalen Anbieter. Das von den Schlossbetreibern angebotene Catering wird ausschließlich in biologischer Qualität, und so weit als möglich von regionalen Produzenten angeboten. Man kann vegan, vegetarisch oder „flexitarisch“ (also eine Mischung von allem inklusive Fisch- und Fleischangebot) wählen.

Das Schlossensemble liegt auf einem schmalen Bergrücken inmitten dichten Mischwaldes in absoluter Ruhe. „Wahres Lauschen ist Andacht“, notierte der Philosoph Martin Heidgger und diese Form von Andacht bietet die Natur rund um Schloss Eschelberg.

All das ermöglicht die Nutzung als Green Event Location. Veranstaltungen können nach den Kriterien des Umweltministeriums als Green Events zertifiziert oder einfach mit gutem Gewissen genossen werden.

Bei der aktuellen Nutzung des Schlosses will man sich, so Forstdirektor Norbert Weigl, „nicht vom Zeitgeist drängen lassen und sofort umsetzen, was raschen wirtschaftlichen Erfolg verspricht.“